Unterstützung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Baumaßnahmen

Ein Beispiel für die Arbeit mit dem Leipziger Kinderbüro

Im tiefen Westen Leipzigs steht ein umfangreiches Schulbauvorhaben an. Die Förderschule Grünau, das Max-Klinger-Gymnasium und die 94. Oberschule können einen neuen Anstrich und eine modernere Ausstattung dringend gebrauchen. Diese drei Schulen befinden sich am Miltitzer Weg und ihre Nachbarschaft soll ihnen in Zukunft, über die bisherigen kleineren Projekte und Verbindungen hinaus, von gegenseitigem Nutzen sein. Geplant ist der Bau eines zusätzlichen Gebäudes, in dem sich eine Mensa, eine Aula und eine Schulbibliothek für die drei Schulen zusammen befinden sollen. Auch Räume für neue und schulübergreifende AGs hätten Platz im neuen Schulzentrumsgebäude. Trotz der unterschiedlichen Schultypen, könnte so für die Lehrenden und Lernenden aller Schulen ein Stück weit ein gemeinsamer Schulalltag entstehen.

Bevor das neue Schulzentrumsgebäude gebaut werden kann, müssen zu dessen Planung viele Antworten gefunden werden. Etwa auf Fragen wie: „Wo können sich pädagogische Konzepte sinnvoll ergänzen?“, „Wo liegen Grenzen und was folgt daraus für die Raumplanung?“ Oder: „Welche Besonderheiten in der Ausstattung müssen aufgrund des jeweiligen Schultyps beim Bau grundsätzlich bedacht werden?“ Bis zu den Sommerferien arbeiteten die Schulleitungen, die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schülerinnen und Schüler an ihren Ideen und diskutierten ihre Vorstellungen und Wünsche.

Das Leipziger Kinderbüro unterstütze natürlich die Schülerschaft dabei, ihre Vorschläge in die Bauplanungen einzubringen. Zu allererst galt es herauszufinden, welche Ideen die Kinder und Jugendlichen zu diesem Neubau haben, was aus ihrer Sicht bei einer neuen Mensa bedacht werden muss, was eine gute Schulbibliothek ausmacht und welche Räume und Freiräume gewünscht und gebraucht werden. Zentral war außerdem die Frage, welche Vorstellungen es zu einem gemeinsamen Schulalltag mit den Schülerinnen und Schülern der jeweils anderen Schulen gibt.

Um die Schülerschaft über das Bauvorhaben und über ihre Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren, veranstaltete das Leipziger Kinderbüro eine Konferenz mit den Klassenvertretungen aller Klassenstufen der drei Schulen.

Nach der Konferenz konnten die Neuigkeiten in den Klassen geteilt und besprochen werden. In der Förderschule führten die Klassenvertreterinnen und Klassenvertreter im Anschluss sogar eigene Umfragen durch und erstellten eine Liste mit den Wünschen, die den Kindern und Jugendlichen ihrer Schule am wichtigsten waren.

In den darauffolgenden Wochen wurden alle Schülerinnen und Schüler, die Lust und Interesse hatten sich einzubringen und das neue Schulzentrum mitzugestalten, zu Beteiligungswerkstätten eingeladen. Dort konnten sie ihre Ideen, aber auch Sorgen und Fragen rund um das neue Schulzentrum und das Thema gemeinsamer Schulalltag loswerden und diskutieren.

Die gesammelten Ergebnisse wurden vom Kinderbüro in Planungsgesprächen der erwachsenen Beteiligten vorgestellt und den Bauplanerinnen und Bauplanern des zuständigen Amtes zur Verfügung gestellt.

Wer sich einen ausführlicheren Eindruck von den Kinder- und Jugendbeteiligungsaktionen machen möchte, kann sich auf dem Blog zum Projekt umsehen. Diese Internetseite wurde vom Leipziger Kinderbüro erstellt, um allen Schülerinnen und Schülern und sonstigen Interessierten die entstandenen Resultate dieser ideenreichen Vormittage und Hofpausen zugänglich zu machen. Praktischerweise geht so auch kein Beitrag verloren und ist für den späteren Gebrauch, etwa in vorangeschrittenen Bauphasen, noch verfügbar.

Hier der Link zum Blog: http://schulzentrumgruenau.blogspot.de/

Ein Architekturbüro hat nun die Aufgabe, das in den letzten Monaten erarbeitete Konzept in handfeste Baupläne zu übersetzen.

Gespannt warten wir auf die Entwürfe und wünschen allen einen wohlverdiente und schöne Sommerpause.

 

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